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// LinuxTag 2005
Besuchen Sie uns auch nächstes Jahr wieder auf dem LinuxTag 2005
im Karlsruher Messe- und Kongresszentrum. Für nähere Details und den
genauen Termin besuchen Sie bitte die LinuxTag Homepage.
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EUROPAS GRÖSSTE GNU/LINUX MESSE UND KONFERENZ KONFERENZ-DVD 2004 |
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| Hauptseite // Vorträge // Freiheit für Geodaten-Infrastrukturen - Die Umsetzung der Spezifikationen des Open GIS Consortiums mit Freier Software |
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Freiheit für Geodaten-Infrastrukturen - Die Umsetzung der Spezifikationen des Open GIS Consortiums mit Freier Software
Copyright © 2004 by the Author(s)
Dieser Beitrag ist lizensiert unter der GNU Free Documentation License.
Abstract
Die GIS-Bestände in den öffentlichen Verwaltungen und in Unternehmen sind
über viele Jahre hinweg heterogen gewachsen. Unterschiedliche Strukturen
und Datenformate in verschiedenen Abteilungen, Kommunen etc. erschweren
den Austausch und die Vernetzung der Geodaten.
Die Lösung: Eine Zwischenschicht mit den Schnittstellen-Standards des
Open GIS Consortiums (OGC) erlaubt einer Anwendungsschicht einen
einheitlichen Zugriff auf heterogene Datenbestände.
Der Vortrag stellt dar, dass unter GNU/Linux mit Freier Software
eine elegante Realisierung für standardisierten Datenaustausch möglich
und leistungsfähig ist.
Der Vortrag beginnt mit theoretischen Überlegungen zur Klärung des Begriffs
der Geodaten-Infrastruktur. Danach werden die wichtigsten Spezifikationen
des OGC im Überblick vorgestellt. Ziel dieser Spezifikationen ist es,
Schnittstellen zu definieren, die den Austausch von Geodaten, deren
Darstellung in Form von Karten und Metadaten unabhängig von den
eingesetzten Software-Komponenten ermöglichen. Damit wird der Aufbau von
Geodaten-Infrastrukturen auch in heterogenen Umgebungen möglich.
Im zweiten Teil des Vortrages werden zunächst diejenigen Freie Software
Komponenten unter GNU/Linux vorgestellt, die einige oder alle
OGC-Spezifikationen umsetzen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Software
gelegt, die Austausch-Dienste bereit stellt (Server-Seite), während die
Anwendungssoftware eher im Überblick dargestellt wird. Dabei erhält die
Vorstellung des Deegree-Projektes ein besonderes Gewicht. Ziel dieses
Projektes ist es, alle Spezifikationen des OGC zu implementieren. Deegree
ist die umfassendste Freie Software für den Einsatz in
Geodaten-Infrastrukturen.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden anhand von Beispielen aus der Praxis
veranschaulicht. Damit soll die Praxistauglichkeit der
OGC-Spezifikationen aufgezeigt werden. Gleichzeitig wird damit der Stand
und die Leistungsfähigkeit von Freier Software auf GNU/Linux-Basis im
professionellen Einsatz demonstriert. Anhand der Beispiele soll aber auch
gezeigt werden, wo die Grenzen der Anwendbarkeit von OGC-Spezifikationen
unabhängig von der gewählten Software liegen
Die Anfänge von Geographischen Informationssysteme
gehen zurück in die späten 70er und frühen 80er
Jahre. Zu diesem Zeitpunkt machte die technologische
Entwicklung es möglich, geographische Informationen,
die bisher nur in Form von analogen Karten vorhanden
waren, digital zu erfassen, zu verarbeiten und zu
visualisieren. Dies sind die primären Aufgaben eines
geographischen Informationssystems (GIS). Die
Arbeit mit einem GIS war lange Jahre die Aufgabe eines
Spezialisten mit einem speziell eingerichteten Arbeitsplatz.
Die heutigen System erleichtern außerdem dem Benutzer das
Arbeiten mit den Daten, so dass für einfach Aufgaben auch ein
gering geschulter Mitarbeiter mit den Geodaten arbeiten kann.
Gleichzeitig hat die Bedeutung der Visualisierung und Analyse
von digitalen Geodaten zugenommen. Schätzungen zufolge
basieren 80 \% aller Entscheidungen im öffentlichen kommunalen
Bereich auf Daten mit räumlichen Bezug. Der Bedarf an
geographischen Daten ist also hoch, während gleichzeitig immer
mehr Geodaten digital vorliegen. Die Anbieter solcher
Geoinformationen zusammen zu bringen mit den Nutzern dieser
Informationen ist Aufgabe einer Geodaten-Infrastruktur.
Schwierigkeiten bereitet dabei die Tatsache das sich im Laufe
der Jahre sich eine Vielzahl unterschiedlicher geographischer
Informationssysteme entwickelt hat. Die meisten von ihnen
verwenden ein eigenes proprietäres Datenformat. Die Strukturen,
die aufgebaut werden sollen, müssen also mit oft sehr
heterogenen Datenbeständen arbeiten und unterschiedliche
Software-Architekturen miteinander in Einklang bringen.
Eine "Geodaten-Infrastruktur" (GDI) hat wie bereits erwähnt zum
Ziel, das Angebot an Geoinformationen und Geodiensten
systematisch für die Nutzern zugänglich zu machen. Dabei müssen
nicht nur technische Aspekte berücksichtigt werden.
Bedeutung erhalten insbesondere auch organisatorische und
rechtliche Regelungen, die zum Aufbau einer GDI erforderlich
sind. Das "GSDI Cookbook" (GSDI = "Global Spatial Data
Infrastructure") beschreibt daher den Begriff
"Geodaten-Infrastruktur wie folgt:
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The term "Spatial Data Infrastructure" (SDI) is
often used to denote the relevant base
collection of technologies, policies and
institutional arrangements that facilitate the
availability of and access to spatial data. The
SDI provied a basis for spatial data discovery,
evaluation, and application for users and
providers within all levels of gevernment, the
commercial sector, the non-profit sector,
academia and by citizens in general.
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GSDI Cookbook, Version 1.1, 15 May 2001, Page8
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Der Begriff "Instrastruktur" wird bewusst verwendet, um
Assoziationen zu anderen Infrastrukturen etwa aus dem Bereich
der Telekommunikation herzustellen. Das GSDI Cookbook schreibt
dazu:
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The word infrastructure is used to promote the
concept of a reliable, supporting environment,
analogous to a roador telecommunications
network, that, in this case, facilitates the
access to geographically-related information
using a minimum set of standard practices,
protocols, and specifications.
[...], like
roads and wires, an SDI facilitates the
conveyance of virtually unlimited packages of
geographic information.
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| --
GSDI Cookbook, Version 1.1, 15 May 2001, Page8
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Eine weitere interessant Definition findet sich
im Geoinformatik-Service der Uni Rostock, das
online verfügbar ist.
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[Eine] Geodaten-Infrastruktur ist dem Sinne nach
vergleichbar zu anderen Infrastrukturen wie z.B.
dem Verkehrsnetz. GDI ist eine aus technischen,
organisatorischen und rechtlichen Regelungen
bestehende Bündelung von
Geoinformationsressourcen, in der Anbieter von
Geodatendiensten mit Nachfragern solcher Dienste
kooperieren. Sie besteht aus einem raumbezogenen
Rahmenwerk, welches grundlegende Geometrien mit
fachlichen Thematiken kombiniert, die von
allgemeinem Interesse sind. Der Anwender nutzt
diese Dateninfrastruktur und fügt seine
speziellen Anwenderdaten hinzu. Er integriert
und synchronisiert somit seine Datenbestände mit
der Dateninfrastruktur. Bestandteile einer
Geodateninfrastruktur sind die Geodatenbasis
(z.B. Geobasisdaten und Geofachdaten) und deren
Metadaten, ein Geoinformationsnetzwerk, Dienste
und Standards. Die GDI schafft die Voraussetzung
für die Wertschöpfung durch viele Nutzer in
Verwaltungen sowie im kommerziellen und
nichtkommerziellen Bereich. Auf ihr können sich
neue Services entwickeln. Man muss also davon
ausgehen, dass sich in GDI komplexe
Produktionsketten etablieren werden.
Informationsanbieter und Informationsnutzer
treten nicht mehr direkt miteinander in
Verbindung, sondern bedienen sich möglicherweise
gestufter Services zur Identifikation und
Aufbereitung der gewünschten
Informationsprodukte. Zahlreiche Initiativen zum
Aufbau solcher Geodateninfrastrukturen entstehen
national und international durch staatliche,
aber auch durch private Einrichtungen..
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Geoinformatik-Service der Uni Rostock
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Diese Definition legt den Schwerpunkt
auf die Nutzung der GDI durch die
verschiedenen Nachfrager von GDI. Damit
beschreibt diese Definition einen weiteren
wichtigen Aspekt von Geodateninfrastrukturen:
Der Aufbau einer GDI ist zu sehen als eine
Grundlage für den Aufbau von
Wertschöpfungsketten. Eine GDI bildet also die
Grundlage für eine Reihe von schon möglichen
oder noch zu entwickelnden Anwendungen, die auf
den bereitgestellten Diensten aufgebaut werden
können. Ich werde im Verlauf dieses Artikels
noch einmal auf diesen Aspekt zu sprechen
kommen.
Das Open GIS Consortium (OGC) wurde 1994 mit dem
Ziel gegründet, Konzepte zu entwickeln, die den Austausch
von geographischen Informationen auch in
heterogenen Umgebungen ermöglichen. Der Bedarf
für eine solche Organisation hatte sich daraus
ergeben, dass u.a. in US amerikanischen
Regierungsbehörden ein wachsende Anzahl von (vor
allem) proprietären Produkten eingesetzt wurde,
deren Interoperabilität meist nicht gegeben war.
Um trotzdem geographische Daten Behörden
übergreifend nutzen zu können, war die
Entwicklung von entsprechenden Strategien
notwendig.
Heute hat das OGC 256 Mitglieder, darunter
Firmen, Regierungsbehörden und Universitäten.
Die Hauptaktivitäten des OGC bestehen aus der
Entwicklung von Interface Spezifikationen. Jede
dieser Spezifikation beschreibt einen
Aspekt der Verarbeitung, Bereitstellung oder
Anforderung von geographischen Daten. Im
nächsten Kapitel werden diese Spezifikationen im
Hinblick auf den Aufbau einer GDI etwas genauer
behandelt.
Eine wichtige Aufgabe erfüllt das OGC durch das
so genannte "Interoperability Programms". Ziel
dieses Programms ist es, die OpenGIS
Spezifikation in Pilot-Projekten in der Praxis
zu erproben und zu demonstrieren. Außerdem
werden für einzelne bereits erprobte
Spezifikationen Konformitätstests entwickelt.
Damit kann eine Implementation einer OpenGIS
Spezifikation ein offizielles Label zu erhalten,
das seine Standard-Konformität belegt.
Das OGC spricht auf seinen Seiten in der Regel von
"kommerziellen" Produkten, wenn es Produkte
meint, die nicht als
Freie
Software im
Sinne der FSF
zur Verfügung stehen.
In diesem Artikel wird statt dessen
der Begriff "proprietär" verwendet. Damit
wird der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Freie
Software bzw. Open Source Software kommerziell verwertet
werden können.
Statt "offener Software" wird der Begriff
"Freie Software" im Sinne der FSF
(http://www.fsf.org/philosophy/free-sw.html) verwendet.
Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung des Bezeichnung
"Open Source Software" im Sinne der Definition durch die
Open Source Initiative (OSI)
(http://www.opensource.org/docs/definition.php).
Neben der Verwendung des Begriffes
"kommerziell" statt "proprietär" ist auch
die Verwendung des Begriffes "open" mit
verschiedenen Assoziationen belegt.
Die Verwendung des Begriffs "Open" im
Zusammenhang mit so genannter
"Open
Source Software"
durch die Open
Source Initiative
(OSI) ist entstanden aus dem Versuch eine
kommerziell besser verwertbare Bezeichnung
für Freie Software zu haben. Auf die Detail
in den Unterschieden soll an dieser Stelle
nicht eingegangen werden, weil sie für den
vorliegenden Artikel nur am Rande
interessant sind.
Mehr dazu
z.B.
auf
den Seiten der FSF
.
Wichtig ist in dem vorliegenden
Zusammenhang, dass
Open Source Software im Sinne der
OSI und Freie Software im Sinne der FSF
technologisch quasi das selbe Konzept beschreiben.
Das OGC verwendet das Adjektiv "open" in
zwei verschiedenen Zusammenhängen. Wenn es
von "Offenen Produkten" schreibt, dann sind
damit Produkte gemeint, die als Freie
Software bzw. Open Source Software zur
Verfügung stehen. Nicht zuletzt taucht das
Adjektiv aber auch im Namen des Consortiums
im Begriff "OpenGIS" auf. Das OGC bezieht
sich damit auf sein Ziel, offene (open)
Standards zum Austausch von Geoinformationen
zu entwickeln. Damit hebt das OGC den
Gegensatz zu den proprietären
Geodaten-Formaten hervor, die oft nur von
einem oder wenigen speziellen Produkten
gelesen und geschrieben werden können.
Insofern spielt auch hier der Gegensatz
proprietär - frei eine gewisse Rolle.
Das Open GIS Consortium und Freie Software
Kritiker der Freie-Software-Bewegung werfen
den Entwicklern Freier GIS-Software vor, die
Begriffe bewusst zu vermischen.
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[...]Der GIS-Markt wird durch den an der
University of Minnesota (UMN) entwickelten
OpenSource UMN MapServer und durch seine
Derivate regelrecht aufgemischt. (Web-)GIS
auf der Basis offener Programmcodes - eine
Wunderwaffe? Man gaukelt uns gedankliche
Verquickung mit OpenGIS vor.
Diese - bewusst konstruierte -
Verwandtschaft der OpenSource-Welt existiert
jedoch nicht - Etikettenschwindel par
excellence! OpenGIS und OpenSource haben so
wenig gemein wie Tag und Nacht. [...]
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Lisa
Kneipp, Kolumne der Geobit, März 2004
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Richtig ist natürlich, dass Open Source GIS
Software bzw. Freie GIS Software
nicht
zwangsläufig eine Implementation der OpenGIS
Spezifikationen darstellt. Genauso wenig
werden
Open GIS Spezifikationen immer als
Open Source Software implementiert wird.
Dies allerdings den Entwickeln von Freien
Implementation der OpenGIS Spezifikationen
anzulasten ist falsch.
Die Autorin verkennt, dass es
sich bei den beiden Konzepten um historisch
völlig unterschiedlich gewachsene
Begrifflichkeiten handelt, die in einem
Spezialbereich - der Implementation von
OpenGIS Spezifikationen als Freie Software -
aufeinander treffen.
Interessanterweise sind die Begriffe OpenGIS
und Open Source doch nicht so weit
voneinander entfernt, wie es jetzt den
Anschein haben mag. Immerhin ist es das Ziel
der OpenGIS Spezifikationen, offene für
jeden zugängliche Standards zu schaffen, die
für jeden Anbieter eines GIS nutzbar sind.
Konsequenterweise setzt daher das OGC bei
der Wahl der Referenzimplemenation für
spezielle Spezifikationen auf Entwicklungen
auf Basis Freier Software. Für die
Web Feature Service Spezifikation (Version
1.0) zum Austausch, Ändern und Löschen von
Vektordaten ist das der unter der GPL
stehende GeoServer. Das unter LGPL stehende
Framework deegree stellt die
Referenzimplementation der
Web Map Service Spezifikation 1.1.1. Weiter
Referenzimplementation gibt es zur Zeit
nicht. Das OGC hat aber bereits zwei weitere
Spezifikationen (Web Coverage Service (1.0)
und Web Catalog Service (2.0)) als
Implementation innerhalb des deegree
Frameworks in Auftrag gegeben.
Die Diskussion soll abgeschlossen werden mit
einer kleinen historischen Anekdote: Die
Anfänge des OGC gehen nämlich zurück auf die
Open GRASS Foundation. Dies Organisation hat
ist aus der Community um das Freie-Software
GIS GRASS hervorgegangen. Insofern liegen
die historischen Wurzeln des OGC in gewissem
Sinne tatsächlich in der Freie-Software
Bewegung.
Web-basierte OpenGIS Spezifikationen und ihre Umsetzung mit Freier Software
Ein Teil der Spezifikation des OGC beschäftigen sich
mit der Beschreibung von Geodaten. Zu ihnen gehört
Simple Feature Modell des OGC, das definiert, wie
Geometrien wie Punkte, Linien und Polygone aussehen.
Daneben gibt die Spezifikation für GML (Geographic
Markup Language), ein XML-basiertes Format zur
Beschreibung von Vektor-Geodaten, d.h. Geometrien
verknüpft mit Sachdaten. Diese Spezifikationen
bilden zwar gewissermaßen die Grundlagen zum
Austausch der Geodaten zwischen den Diensten einer
Geodaten-Infrastruktur. Sie berühren ihren Aufbau
jedoch nur am Rande, und werden daher hier nicht
weiter behandelt.
Die webbasierten Spezifikationen des OGC haben
sowohl in der Anzahl als auch in der Bedeutung ein
großes Gewicht unter den Spezifikationen des OGC.
Sie definieren eine Schnittstelle zwischen einem
Dienst, der einen speziellen Aspekt an
geographischen Informationen liefert, und einem
Klienten, der auf diesen Dienst zugreift. Dieses
Konzept entspricht dem Aufbau einer GDI, bei der
zwischen den Anbietern von Diensten und deren
Nutzern unterschieden wird.
Die Kommunikation zwischen Client und Server läuft
über das HTTP-Protokoll. Die Kodierung der Anfragen
geschieht, sofern es sich um POST-Anfragen handelt,
in einem XML-kodierten Dokument. Auch die Antworten
werden in der Regel in XML formuliert. Jeder Dienst
muss auf eine sog. GetCapabilites-Anfrage reagieren
können, mit dem die speziellen Eigenschaften des
Dienstes abgefragt werden können. Daneben definiert
jede Spezifikation weitere Anfragen, die je nach
Dienst z.B. Metainformationen, Karten,
Informationen zu einzelnen Objekten, Geodaten im
Vektorformat, Geodaten im Rasterformat, 3D-Ansichten
etc. zurück liefern. Die nachstehende Tabelle gibt
einen Überblick über die wichtigsten webbasierten
Spezifikationen.
Table 1.
Übersicht über die wichtigsten webbasierten OpenGIS Spezifikationen
(aus der
deegree
Dokumentation
)
|
Name |
Funktion |
|
Web Map Service (WMS) |
Internetbasierte Erzeugung von Karten aus
Raster- und Vektor-Daten. Die
generierten Karten können mit jedem gängigen
Web-Browser visualisiert werden.
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Web Feature Service (WFS) |
Internetbasierter Zugriff auf Vektordaten, die als GML-
2.1.1 konform codierte XML Dokumente an einen Client
geliefert werden und dort zur Weiterverarbeitung (z.B.
in einem DesktopGIS) zur Verfügung stehen.
|
|
Web Coverage Service (WCS) |
Internetbasierter Zugriff auf Rasterdaten, die in einem
gängigen Bildformat (TIFF, GIF, JPEG, BMP, PNM) an den
Client geliefert werden und dort zur Weiterverarbeitung
(z.B. in einem DesktopGIS) zur Verfügung stehen.
|
|
Web Catalog Service (WCAS) |
Internetbasierter Katalogdienst zur Verwaltung und
Recherche von Daten- und Service-Metadaten. Ein Katalog
ermöglicht das Auffinden von Daten und Diensten unter
Verwendung von fachlichen und räumlichen Kriterien.
|
|
Web Gazetteer Service (WFS-G) |
Dienst zur Georeferenzierung von geographischen
Entitäten über ihren Namen.
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|
Web Terrain Service (WTS) |
Erzeugung von Karten aus 3D-Daten wie Stadtmodellen und
digitalen Höhenmodellen. Die generierten Karten können
wie beim WMS mit jedem gängigen WebBrowser visualisiert
werden.
|
|
Web Coordinate Transformation Service (WCTS) |
Ein WCTS ermöglicht die internetbasierte Transformation
von geographischen Koordinaten in ein anderes
räumliches Referenzsystem.
|
Die beiden nächsten Beispiele sollen
veranschaulichen, wie die Spezifikation des OGC
eingesetzt werden können, um eine GDI
aufzubauen.
Geodaten werden oft dezentral erfasst und
verwaltet. Allerdings fehlt in der Regel der
Überblick darüber, welche Daten zu welchen
Bedingungen über wen zu bekommen sind. Dies galt
und gilt auch für die Daten aus den Behörden des
Bundes. Daher wird seit dem Jahre 2000 auf
Beschluss des IMAGI (Interministerielle Ausschuss
für Geoinformationswesen) ein Geodatenportal
entwickelt, dass die Suche und Nutzung von
Geodaten und Geodiensten aus
Behörden des Bundes erleichtern soll.
Grundlage für die Metadatensuche bildet ein
Web Catalog Service. Ein Web Map Service liefert
die Karten anhand derer die Nutzer auf
räumlich durch den Datenbestand navigieren
können. Nachfolgende Abbildung zeigt einen
Ausschnitt aus dem Suchfenster des Portals.
Der Catalog Service und der Kartendienst
sowie das Portal wurde unter Einsatz des
deegree Frameworks entwickelt.
Ein Anwendungsbeispiel für den Nutzen von
WMS-konformen Diensten für den Aufbau von Anwendungen zur
interaktiven Darstellung von Karten im Internet
stellt die Zusammenarbeit zwischen der
Bezirksregierung Hannover und dem Landkreis
Schaumburg dar. Die Bezirksregierung Hannover
verwaltet Geobasisdaten (z.B. Topographische
Karten) und stellt Geofachdaten (z.B.
Naturschutzgebiete) bereit. Ein Teil dieser
Daten stellt die Bezirksregierung Hannover dem
Landkreis Schaumburg über einen WMS-Dienst zur
Verfügung. Der Landkreis Schaumburg braucht
damit die Daten nicht selber zu pflegen, sondern
kann direkt auf die von der Bezirksregierung
Hannover bereit gestellten Karten zugreifen.
Das nachfolgende Bild zeigt einen Ausschnitt aus
einer Anwendung, die der Landkreis Schaumburg
über seinen Server www.gis-im-weserbergland.de
bereit stellt. Die Naturschutzgebiete und die
Hintergrundkarte werden als Bildinformation vom
der Bezirksregierung Hannover geholt. Darüber
kann der Landkreis Schaumburg nun eigene
Geodaten (z.B. Naturdenkmäler, die
roten Punkte in der Karte) legen. Damit entsteht
eine für den Betrachter interessante Verknüpfung von
Informationen. Sowohl der WMS-Dienst als auch
der Zugriff auf denselben wurden mit dem UMN
MapServer umgesetzt.
OpenGIS-konformen Dienste mit Freier
Software
Naturgemäß müssen die OpenGIS-konformen Dienste
zunächst aufgebaut werden, bevor sie genutzt
werden können. Daher werden die
Freie-Software-Projekte, die zum Aufbau von
solchen Diensten eingesetzt werden können,
zuerst vorgestellt. Die nachfolgende soll einen
Überblick über solche Projekte geben. Sie erhebt
allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Table 2.
Übersicht über Freie-Software Produkte zum Aufbau von
OGC-Diensten
Ohne zu übertreiben, kann man behaupten,
dass
deegree
das
Projekt ist, das die Spezifikationen des
OGC am umfangreichsten implementiert hat.
Dies gilt im Übrigen nicht nur im Vergleich
zu den Freie-Software-Projekten. Auch im
Feld der proprietären Produkte gibt es kaum
eine Software, die die Spezifikationen des
OGC so umfassend implementiert.
Dass dies so ist, liegt insbesondere an der
geschichtlichen Entwicklung von deegree
begründet. Im Gegensatz zu vielen anderen
Projekten, die sich mit einer bereits
bestehenden Implementation an die OpenGIS
Spezifikationen angenähert haben, war es bei
der Implementation von deegree von Beginn an
das Ziel, die OpenGIS Spezifikationen
möglichst umfassend zu implementieren. Diese
Tatsache wird inzwischen auch vom OGC
honoriert, so dass die Firma lat/lon, die
hauptsächlich hinter dem deegree-Projekt
steht, den Auftrag erhalten hat, die
offizielle
Referenzimplementation für die
WMS-Spezifikation, Version 1.1.1 (schon
umgesetzt) und für die WCS-Spezifikation
(1.0) und WCAS-Spezifikation (2.0) (in
Arbeit) zu erstellen.
Das Projekt
GeoServer
bildet mit der Implementation der
WFS-Spezifikation (1.0) ebenfalls eine
Referenzimplementation des OGC. Damit setzt
der GeoServer nicht nur den Basis-WFS um (d.h.
das Ausliefern von Vektor-Geodaten), sondern
auch den optionalen transaktionalen WFS. Der
bietet Möglichkeiten zum Eintragen, Ändern
und Löschen von Geoobjekten. Darüber hinaus
wird auch der ebenfalls optionale
Locking-Mechanismus zum
Sperren von einzelnen Geoobjekten
für einen Verarbeitungsschritt implementiert.
Mit diesem Locking-Mechanismus enthält der
GeoServer eine Funktionalität, die selbst
der deegree-Server zur Zeit (noch) nicht
umsetzt.
Der
UMN MapServer
hat
eine andere historische Entwicklung als
deegree oder der GeoServer. Die Anfänge
reichen zurück in die frühen 90er Jahre. Das
Ziel des UMN MapServers war es von Beginn
an, webbasierte Anwendungen mit räumlichen
Bezug entwickeln zu können. Die
Server-Komponente des UMN MapServer ist
daher darauf optimiert, z.T. sehr große
Datenbestände aus unterschiedlichen
Formaten performant einzulesen und in Form
von Karten an den Klienten zu liefern. Der
UMN MapServer ist ein einfaches CGI-Skript,
dass entweder direkt oder mit Hilfe von
Skript-Sprachen (PHP, Perl, Python,
Ruby,...) angesprochen werden kann (mehr
dazu im Abschnitt über die webbasierten
Klienten).
Im Laufe der letzten Jahre ist
der UMN MapServer um die Implementation von
einigen OpenGIS
Spezifikationen erweitert worden. Gemäß
seiner Aufgabe, Karten auszuliefern, wurde
der UMN MapServer zunächst um eine
WMS-Server-Komponente erweitert sowie der
Möglichkeit einige WMS-Dienste als
Datenquelle einzubinden. Seit knapp einem
Jahr kann der UMN MapServer auch als
Basis-WFS-Server eingerichtet werden und
WFS-Dienste einbinden. Geplant ist außerdem
die Erweiterung um die WCS-Spezifikation.
Eine Transaktionale-WFS-Komponente ist in
näherer Zukunft jedoch nicht zu erwarten, da
diese Erweiterung eine umfassende Änderung
der Architektur des UMN MapServer erfordern
würde.
OpenGIS-konformen Klienten mit Freier
Software
Die im letzten Abschnitt beschriebenen
webbasierten Dienste stellen sozusagen die
Anbieterseite einer Geodaten-Infrastruktur
dar. Das Vorhandensein dieser Infrastruktur
ermöglicht den Aufbau von
Wertschöpfungsketten auf den Diensten. Dazu
werden spezielle Informationen von den
Diensten abgefragt und von einer Anwendung
entweder direkt verarbeitet oder mit
weiteren Informationen verknüpft. Dabei
können auch die Informationen von
verschiedenen Diensten miteinander
kombiniert werden.
Aufgabe eines Klienten für einen
OpenGIS-konformen Dienst ist es also, zum
einen die Anfragen, mit denen die
Informationen des Dienstes geholt werden
können, zu formulieren und zum anderen die
Antworten des Dienste zu interpretieren und
je nach Anwendung darzustellen oder zu
bearbeiten. Ein Klient bzw. ein Portal oder
eine Anwendung, die auf einem oder mehreren
OpenGIS-konformen Diensten beruht, ist nicht
so sehr darüber definiert, welche Dienste er
anspricht, sondern darüber, welche
Funktionen für den Benutzer damit möglich
werden. Ein transaktionaler WFS-Service kann
z.B. einerseits genutzt werden, um Geodaten
an Klienten auszuliefern, aber auch, um
komplizierte Digitalisierungsanwendungen
darauf aufzubauen. Der Dienst ist in diesem
Fall der gleiche, die Anwendungen aber
völlig unterschiedlich.
In den nun folgenden Abschnitten wird
versucht, einen Überblick darüber zu
geben, welche Möglichkeiten es gibt,
Anwendungen auf Basis Freier Software zu
entwickeln, die auf OpenGIS-konforme Dienste
zugreifen können. Dabei erhebt auch diese
Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Das deegree-Projekt realisiert nicht
nur den Aufbau von Diensten sondern
entwickelt zunehmend Portale, die
auf diesen Diensten aufbauen. Derzeitig sind
innerhalb des
deegree Frameworks ein Klient zum Darstellen
von Karten (auf WMS aufbauend)
ein Portal für einen
Metadatendienst (auf WCAS aufbauend),
ein Portal zum Ausliefern von
Vektordaten (WFS-basiert) sowie ein
Portal zur textuellen Suche
(WFS-Gazetteer-basiert) realisiert.
Technologisch basieren die Portale auf Java
Server Pages. Die Anwendungsschicht wird
also als serverseitige Anwendung
installiert. Der Nutzer greift mit einem
Standard-Web-Browser darauf zu und bekommt
HTML-Seiten mit JavaScript als Oberfläche
geliefert.
Der UMN MapServer kann so konfiguriert
werden, dass eine Datenquelle ein WMS-
oder ein WFS-Server ist. Zusammen mit
den flexiblen Möglichkeiten des UMN
MapServers, webbasierte Anwendungen zur
Darstellung von interaktiven Karten zu
entwickeln, stellt der UMN MapServer
damit ein hervorragendes Framework dar,
angepasste WMS-Klienten und WFS-Klienten
zu entwickeln.
Gerade die Möglichkeiten, die sich daraus
ergeben, dass die CGI-Komponente des UMN
MapServers über Skriptsprachen angesprochen
werden kann, hat einige Projekte dazu
animiert, Portale zur Nutzung von
WMS-konformen Diensten zu entwickeln.
Chameleon
und
MapBender
sind zwei Beispiele
für solche Anwendungen. Beide nutzen den UMN
MapServer zum Lesen der Karten von
WMS-konformen Diensten und nutzen dazu die
Skriptsprache PHP. Chameleon bietet nun
die Möglichkeit, angepasste Anwendung zur
Darstellung von interaktiven Karten darauf
aufzubauen. MapBender stellt darüber hinaus
eine Oberfläche zum Verwalten der
verschiedenen Kartendienste bereit.
Der WMSAdapter ist hervorgegangen aus
dem
ZMapServer-Projekt
. Der ZMapServer
setzt ähnlich wie Chameleon und MapBender
zum Einlesen der verschiedenen Geodaten auf
den UMN MapServer, spricht ihn aber nicht
über die Skriptsprache PHP sondern über
Python an. Damit wird eine Verknüpfung mit
dem in Python implementieren
Web-Application-Framework Zope möglich. Der
WMSAdapter ist eine Zope-Erweiterung (ein
sog. Zope Produkt), die das das Ansprechen
von WMS-konformen Kartendiensten ermöglicht.
Deren Antworten können dann Zope-basierten
Anwendungen weiter verarbeitet werden
können.
Wie bereits erwähnt bietet der UMN MapServer
auch die Möglichkeit, WFS-konforme Dienste
als Datenquelle einzubinden. Diese Fähigkeit
wird auch bereits in Projekten eingesetzt.
Allerdings wird es wahrscheinlich noch eine
Weile dauern, bis sich daraus
standardisierte Produkte entwickeln. Das
Projekt Chameleon kann diese Fähigkeit
ebenfalls nutzen. Wann und ob der MapBender um die
Verwaltung von WFS-basierten Ebenen
erweitert wird ist nicht bekannt. Durch die
Verwendung der Bibliothek PyOGCLib (s.
nächster Abschnitt) ist damit zu rechnen,
dass ein dem WMSAdapter ähnlicher WFSAdapter
früher oder später ebenfalls entwickelt
wird.
Während die Verarbeitung der Antworten
eines auf einer OpenGIS-Spezifikationen
basierenden Dienstes abhängig ist vom
Anwendungsfall, folgen doch die
Abfragen, die an einen solchen Dienst
gestellt werden, immer dem gleichen
Schema. Das Erzeugen dieser Anfragen
lässt sich daher sehr gut in eine
Bibliothek auslagern, die dann von einer
Anwendung genutzt werden kann.
Bisher ist die Entwicklung von
Bibliotheken relativ wenig voran
geschritten. Das mag zum einen daran
liegen, dass erst allmählich Dienste
aufgebaut werden, auf die
sinnvollerweise zugegriffen werden kann.
Daher entsteht auch erst jetzt zunehmend
der Bedarf, Bibliotheken zu entwickeln,
die auf diese Dienste zugreifen.
Außerdem zeigt der vorangegangen
Abschnitt über den UMN MapServer, dass
zumindest für Klienten auf WMS-konformen
Kartendiensten, die vom UMN
MapServer-Projekt bereit gestellten
Mittel in der Regel ausreichen, um
Klienten zu entwickeln.
Interessanterweise ist trotzdem gerade aus
dem UMN MapServer basierten Projekt
ZMapServer die Bibliothek
PyOGCLib
entstanden.
Genauso wie das Produkt ZMapServer ist
PyOGCLib in Python implementiert. Derzeit
kann man mit PyOGCLib auf WMS- und
WFS-konforme Dienste zugreifen.
Desktop-Lösungen - Thuban
Wie die voran gegangenen Abschnitte zeigen,
realisieren die meisten Projekte eine
serverseitige Anwendungsschicht, auf die mit
einem normalen Web-Browser zugegriffen werden
kann. Die Verwendung eines Desktop-basierten
Klienten ermöglicht eine zusätzliche
Wertschöpfung.
So kann man z.B.
zu einer Karte, die über WMS bezogen worden
ist, leicht weitere nur lokal vorhandene
Geodaten anzeigen lassen. Damit lassen sich
visuelle Überlagerungen darstellen, die sich
webbasiert nicht umsetzen lassen. Auch die
Nutzung von WFS-konformen Diensten kann viel
intensiver erfolgen, als es mit webbasierten
Klienten der Fall ist, weil dem Nutzer in
der Regel mehr Funktionen zur Verfügung
stehen.
Thuban
ist eine
Desktop-basierte Anwendung, die den Zugriff
auf WMS-konforme Dienste ermöglicht. Thuban
ist entstanden als einfacher
Geodatenbetrachter für Raster- und
Vektordaten. Dabei ist Thuban so konzipiert
worden, dass sich leicht komplexe auf
spezielle Workflows angepasste Anwendungen
auf Basis von Thuban entwickeln lassen. Die
Anbindung von WMS-Diensten als Datenquelle
des komplett in Python geschriebenen Thuban
basiert auf der Bibliothek
PyOGCLib
. Die
experimentelle Umsetzung ist bereits seit
längerem erfolgt. Derzeit wird die
WMS-Anbindung im Rahmen eines
Studienprojektes auf eine breitere Basis
gestellt. Der aktuelle Stand (Anfang Mai
2004) ist, dass die internen Prozesse zur
Anbindung an WMS-Dienst komplett umgesetzt
sind. Sie werden im nun folgenden Schritt an
die GUI angebunden.
Noch ein Beispiel - Standard-konforme Digitalisierung
Im kommunalen Bereich ist oftmals die Erfassung
von einfachen Geoobjekten durch eine Reihe von
Mitarbeitern erforderlich (z.B. Spielplätze,
Baustellen o.ä.). Der Einsatz einer
hoch komplexen Digitalisierungsanwendung ist dazu
meist nicht nötig und u.U. sogar hinderlich,
weil sie auf jedem Arbeitsplatz
installiert werden muss und eine intensive Schulung der
Mitarbeiter erfordert.
Abhilfe schafft da eine webbasierte Anwendung,
die nur die notwendigen Funktionalitäten zum
Erfassen der einfachen Objekte enthält und über
einen Standard-Web-Browser zugänglich ist. Für
die Bezirksregierungen in Niedersachsen wurde
eine solche Anwendung im Rahmen eines
Pilotprojektes auf Basis eines transaktionalen
WFS-Dienstes realisiert. Die Verwendung des
WFS-Standards zum Eintragen der Geodaten
ermöglichte es, die Anwendungsschicht so zu
entwickeln, dass sie unabhängig von der darunter
liegenden Datenbasis ist. Damit konnten
innerhalb des Projektes zwei verschiedene
Geodatenbanken (PostGIS/PostgreSQL und
ArcSDE/Microsoft-SQLServer) in die Entwicklung
einbezogen werden.
Die nächste Abbildung veranschaulicht die
Architektur des Systems. Das deegree Framework
wurde eingesetzt um einen transaktionalen
WFS-Dienst und einen WMS-Dienst einzurichten.
Der UMN MapServer holt sich von diesen Diensten
die notwendigen Daten zur Darstellung. Mit Hilfe
des Web-Application-Frameworks Zope wurden die
Anwendungskomponenten entwickelt, die das
Übergeben der Daten an den WFS-Dienst
realisieren.
Weiterführende Links zum Thema
Das
GSDI-Cookbook
hat nicht nur eine gute
Definition für Geodaten-Infrastrukturen sondern
beschreibt vor allem, was beim Aufbau einer GDI
beachtet werden muss. Das Dokument richtet sich
dabei weniger an die Techniker als an die
Entscheider innerhalb einer Organisation.
Der
Geoinformatik-Service
der Universität
Rostock ist eine gute Quelle für alle Themen
rund um das Thema geographische Informationen,
also weit über das Thema GDI hinaus gehend.
Auf den Seiten des
OpenGIS Consortium
kann man sich über
alle Aspekte von OpenGIS informieren. Dort
befindet sich z.B. ein interessanter Überblick
über die
geschichtliche
Entwicklung
des OGC. Außerdem kann man
dort die aktuelle
Spezifikationen
nachlesen und sich über
Freie und proprietäre
Produkte
informieren, die die
Spezifikationen implementiert haben.
Auf den Seiten der
Free Software Foundation
und
der
Open Source Initiative
finden sich mehr
Informationen über die Begrifflichkeiten rund um
Open Source und Freie Software.
Weitere Information zum Thema freie Geographische Informationssystem
und freie Geodaten findet man auf der Heimatseite des
FreeGIS
Projektes.
Die im Artikel erwähnten Projekte können
teilweise im Internet angeschaut werden. Dies
gilt für das
Metadatenportal
des Bundes
ebenso wie für die
interaktiven
Karten
des Landkreises Schaumburg. Die
webbasierte Digitalisierung ist nur im Intranet
der Bezirksregierungen sichtbar. In nächster
Zukunft wird die Firma Intevation allerdings
einen Demoserver frei schalten, auf dem eine
Beispielanwendung installiert ist.
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