Samba 3 und AFS: Storage wirklich skalierbar
Das Andrew File System AFS ist ein Netzwerkdateisystem, das ganz grob als Konkurrenz zu NFS gesehen werden kann. Im Vergleich mit NFS zeigen sich jedoch einige wesentliche Unterschiede, die in der unterschiedlichen Ausrichtung von AFS und NFS begründet sind. NFS ist dafür gemacht, die Semantik des POSIX-Dateisystems so weit wie möglich im Netz nachzubilden. Ein Benutzer oder Anwendungsprogramm soll den Unterschied zwischen einer lokalen und einer Datei im Netz praktisch nicht merken. AFS ist auf Skalierbarkeit ausgelegt. Diese Skalierbarkeit bezieht sich sowohl auf den zu Verfügung gestellten Plattenplatz als auch auf die Anzahl der Benutzer, die gleichzeitig zugreifen können. Was hat Samba mit dem ganzen zu tun? Man kann direkt von Windows aus auf AFS-Server zugreifen, wenn man die entsprechenden Clients installiert. Die Clients nicht anfassen zu müssen, wenn man Unix-Server in eine Landschaft mit Windows-Clients integriert, ist aber die einzige Begründung, überhaupt Samba einzusetzen. Daher liegt es nahe, Samba als Proxy zu einer AFS-Infrastruktur einzusetzen. Die unterschiedliche Semantik von AFS und SMB macht jedoch Änderungen an Samba notwendig, wenn man eine nahtlose Integration anstrebt. In Samba 3 gibt es einige Erweiterungen, die eine nahtlose Integration einer AFS-Umgebung in eine Windows-Umgebung möglich und einfach machen. Dieser Vortrag wird AFS kurz vorstellen, die Probleme der Integration darstellen und die Lösungen, die in Samba 3 für diese Probleme gefunden wurden. Konkrete Themen sind die Kerberos-Authentifizierung von AFS, die Access Control Lists von AFS und ihre Abbildung in der Windows-Welt.
Volker Lendecke ist seit 1994 Mitglied im weltweiten Samba-Entwicklerteam. Erste Beiträge waren Bugfixes, das Linux smbfs und die Portierung auf NeXT. Volker Lendecke hat Anfang 1997 die SerNet GmbH mitgegründet und ist in deren Rahmen deutschlandweit als Consultant, Trainer und Entwickler tätig.