Portierung auf plattformübergreifenden Software - Überblick und Fallbeispiel mit Qt
In der aktuellen Situation, in der immer mehr öffentliche Einrichtungen und Firmen ihre Server und Desktops auf Linux umstellen, hat sich ein stetig wachsender Markt für Software enwickelt, die auf dem Linux-Desktop läuft. Hinzu kommen Heimanwender, die als Privatkunden ebenfalls einen Markt für Linux-Software darstellen. Schon heute gibt es einen ansehnlichen Kundenkreis. Die oft gewünschte oder sogar zwingend notwendige Portierung von vorhandener und über einen langen Zeitraum gewachsener Software stellt sich jedoch zumeist als nicht trivial dar. Gefordert ist, dass die zu realisierenden Linux-Lösungen eine zu den von der bisherigen Windows-Umgebung bekannten Applikationen möglichst äquivalente Funktionalität haben. Die entstehenden Applikationen sollen sich dann nahtlos in die Zieldesktops -- sowohl unter Linux als auch unter Windows -- integrieren lassen. Der Vortrag beleuchtet ausgehend von einer eingehenden Diskussion der Anforderungen verschiedene Möglichkeiten der Neuentwicklung von Software, aber insbesondere auch der Portierung existierender Programme. Hier bieten plattformübergreifende Toolkits und OpenSource-Software die Möglichkeit zukunftssichere Lösungen zu schaffen. Sie ermöglichen es mit nur einer Code-Basis, mehrere Plattformen mit voller Desktop-Integration zu bedienen. Zur Sprache kommen auch Bezugsmöglichkeiten für OpenSource-Implementierungen, zu beachtende Lizenzfragen und zu erwartende Vor- und Nachteile. In einem praktischen Beispiel wird eine Windows-Anwendung (MFC) unter Anwendung der C++-Bibliothek Qt schrittweise auf den Linux-Desktop portiert.
Dip.-Ing. Eva Brucherseifer ist Geschäftsführerin der basysKom GbR, die Beratung und Auftragsentwicklungen für Business-Anwendungen sowie Dienstleistungen für den Linux-Desktop anbietet. Nach ihrem Studium der Automatisierungstechnik an der Technischen Universität Darmstadt war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Schwerpunktthema Evolutionäre Algorithmen beschäftigt. Seit 2000 trägt sie aktiv zum KDE-Projekt u.a. durch Organisation der KDE-Präsenzen auf Messen bei und ist seit August 2002 stellvertretende Vorsitzende des KDE e.V.