Quellcodeverwaltung mit Arch
GNU Arch von Tom Lord ist ein neues Quellcodeverwaltungssystem unter der GPL, das die Schwächen anderer solcher Systeme (CVS, Subversion, ClearCase, Perforce) zu umgehen versucht und besonders für dezentrales Arbeiten, wie es in Open-Source-Projekten typischerweise vorkommt, geeignet ist. Arch macht es einfach, Archive für eigene »Ableger« existierender Projekte einzurichten, Modifikationen zu verwalten und diese wieder zu veröffentlichen; es ermöglicht die bequeme Integration von Änderungen anderer Entwickler ins eigene Archiv und erleichtert damit die Arbeit eines »Release-Managers«. Arch erlaubt den Zugriff auf entfernte Archive über Protokolle wie HTTP, SFTP oder WebDAV und gestattet das Veröffentlichen von Archiven ohne spezielle Serversoftware oder besondere Privilegien auf dem Server. Dieser Vortrag gibt nach einer allgemeinen Einführung in die Probleme der Quellcodeverwaltung einen Überblick über Arch, seine Stärken und Schwächen und den aktuellen Stand der Implementierung, insbesondere im Vergleich mit dem verbreitetsten freien Quellcodeverwaltungssystem CVS und seinem designierten Nachfolger Subversion. Die Arbeit mit Arch wird anhand von Beispielen veranschaulicht, Zusatzprogramme, etwa grafische Frontends, vorgestellt und ein Ausblick auf künftige Entwicklungen, etwa im Bereich signierter Archive, gegeben. Der Vortrag richtet sich an Entwickler in Open-Source-Projekten oder Firmen, die ein zeitgemäßes Quellcodeverwaltungssystem einsetzen wollen. Erfahrung mit CVS oder Subversion ist hilfreich, aber zum Verständnis nicht notwendig.
Anselm Lingnau ist Trainer, Berater und allgemeine Linux-Person
bei der Linup Front GmbH in Darmstadt, einem auf
Open-Source-Produkte spezialisierten Trainingsunternehmen. Dort
ist er auch verantwortlich für die Erstellung und Qualitätssicherung von Kurskonzepten und Schulungsunterlagen.
In seiner Freizeit kümmert er sich um verschiedene kleinere
Softwareprojekte, etwa den TeX-DVI-Previewer tkdvi. Anselm
ist Co-Autor eines Buchs über LPIC1-Zertifizierung, Mitglied des Debian-Projekts und der Darmstädter Linux-User-Group (DaLUG), wo er in unregelmäßigen Abständen
Vorträge hält; auch auf dem LinuxTag war er schon als
Vortragender zu sehen. Er hat ein Diplom in Informatik
von der Universität Frankfurt am Main. Anselm wohnt in
Frankfurt zusammen mit einem Klavier und vier Computern, er mag schottisches Tanzen und schottische Musik, Bücher und Reisen.